Tantra Yoga: Was ist Weißes / Rotes & Schwarzes Tantra im Yoga?

Erstellt von Christine

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Was ist Tantra eigentlich? Bei Tantra denken viele sofort an Sex oder Energie. Erfahre hier im Artikel und Blog was Tantra Yoga ist. Wie schaut die Praxis des Tantra (nur) eigentlich aus? Gibt es Asanas und Meditation (Meditationskissen kaufen), welche Yoga Übungen werden gemacht und welche Rolle spielen Sex, Energie und Spiritualität?

Mal ehrlich – was fällt dir eigentlich zuerst ein, wenn du das Wort Tantra-Yoga hörst? Nackte Körper, eng umschlungen, die Körper in seltsamen Posen verrenkt? Das Kamasutra?

In unserer westlichen Welt verstehen wir unter Tantra oft genau das – wir denken, es geht um Sex und darum, seine intime Beziehung zum Partner mit Tantra zu verbessern.

Hier kannst du dich über andere Yoga Arten informieren.

Ganz falsch liegst du damit auch nicht – die Intensivierung der Partnerschaft ist mitunter ein Ziel des Tantras und auch Sex kann zu Tantra gehören. Doch die sexuelle Energie wird dazu benutzt, unseren Körper und Geist mit höheren Energien zu verbinden.

Die tantrischen Praktiken arbeiten mit den Energien in unserem Körper um unser Wohlbefinden und unser spirituelles Wachstum zu fördern.

Was ist das Ziel?

Tantra Yoga möchte mit seinen Praktiken erreichen, den Körper, den Geist und die Seele in Einklang zu bringen. Es ist ein sehr spirituell angehauchter Yogastil, der das Individuum in Verbindung mit dem Universum sieht.
Das Universum ist ein Zusammenspiel aus Energie und Bewusstsein. Die vollzogenen Praktiken sollen uns helfen, hinter die Grenzen des Physischen zu gehen und sich so aus unserer Beschränkung auf das Materielle zu befreien.
In dieser Art von Yoga wird mit der Kundalini Energie gearbeitet, eine Energie die am Ende unserer Wirbelsäule sitzt und durch bestimmte Übungen erweckt werden kann.

Übertragen bedeutet das unter anderem, dass es dabei helfen kann, mit sich selbst im Reinen zu sein, seine Partnerschaft zu verbessern und sein Leben nach eigenen Vorstellungen zu leben.

Tantra bezeichnet somit eher einen Lebensweg oder Lebensstil, der der Steigerung des Genusses und der Lust bejahend gegenüber steht – was auf alle Lebensbereiche übertragen werden kann.

– Erweckung der Kundalini Energie
– geistiges und körperliches Potenzial soll voll ausgenutzt werden
– bewusstes und intensives Erleben aller Handlungen und Interaktionen
– Nutzung aller Sinne
– jeden Moment in seiner ganzen Sinnlichkeit zu sehen
– sexuelle Lust als sehr starke Energie nutzen

Tantric Yoga – was bedeutet Tantra?

Das Wort Tantra kommt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie “weben” oder “ausdehnen”. Es bedeutet, dass die vielen verschiedenen yogischen Bestandteile wie Asanas, Mudra, Bandha, Chakren … miteinander “verwoben” werden um uns mit uns selbst, anderen Menschen und dem Universum zu verbinden.

Tantrische Yoga Wurzeln – wo hat dieser Stil seinen Ursprung?

Tantra ist eine uralte Tradition aus Indien. Wann und wo es genau entstand, lässt sich nicht zurückverfolgen.
Es hat seine Wurzeln sowohl im Hinduismus als auch im Buddhismus. Mit Tantra wurde gegen das Lebens als Pflichterfüllung verbunden mit Leid rebelliert. Das Leben wurde als etwas gesehen, das vor allem Genuss bringen soll.
Die geistige Einstellung dazu beruhte auf einem Leben in Ekstase, also geistige und körperliche Höhepunkte zu erleben und zu genießen. Tantra lässt sich dem Kundalini Yoga zuordnen.
Es geht also auch hier um die Erweckung der Kundalini Energie, die in jedem von uns am Ende der Wirbelsäule schlummert.

Was beinhaltet Tantra?

In dieser spirituellen Art des Yogas werden mehrere Aspekte des Yogas miteinander verbunden.

Nur durch den gemeinsamen Einsatz kann Tantra seine Wirkung entfalten.

Es werden Asanas praktiziert und Atemübungen. Auch Mudras, also Gesten mit den Händen und Bandhas, die Stellen in unserem Körper mit denen wir unseren Atem im Körper verschließen, spielen eine große Rolle im Tantra.

In diesem Yogastil wird auch sehr viel meditiert und die Meditation wird mit Mudras und Mantras kombiniert. Im Tantra wirst du auch sogenannten Yantras begegnen.

Ein Yantra ist eine Art geometrisches Diagramm aus Dreiecken, Kreisen, Quadraten, Pentagons und so weiter. Es steht als Symbol für unser Bewusstsein und die tiefe Ebene unserer Psyche. Oft schmückt es die Wände des Raumes, in dem dieser Yogastil praktiziert wird.
Es soll bestimmte Schwingungen und Assoziationen hervorrufen.

Für wen eignet sich Tantra Yoga?

Du fragst dich jetzt, ob diese Yogaform etwas für dich ist?

Du solltest hierfür auf jeden Fall Interesse an Spiritualität haben und offen dafür sein. Auch körperliche Nähe solltest du zulassen können und als etwas Positives sehen. Willst du es mit deinem Partner machen, solltet ihr beide Lust darauf haben um euch voll und ganz auf die Erfahrung einlassen können. Für Paare kann es eine tolle Möglichkeit sein, um die Beziehung zu vertiefen und sich auf neue Art mit dem Partner zu verbinden.

Es ist für alle geeignet, die ihren Körper intensiv kennen lernen wollen und ihr Bewusstsein erweitern möchten. Auch wenn du mehr Ruhe in dich und dein Leben bringen möchtest, kann es dir dabei helfen.

Du kannst diese Form von Yoga auch ohne Partner praktizieren. Da es nicht nur um die Verbindung mit einem Partner geht sondern auch viel um die eigene Denkweise, deine Einstellung zu dir selbst und dem Leben gegenüber, sind die Übungen auch so gedacht, dass du sie alleine machst. Du kannst Atemübungen machen, meditieren oder dir selbst eine sanfte Ganzkörpermassage geben. Auch Übungen zur Erweckung der Kundalini Energie kannst alleine durchführen.

Machst du Tantra – Yoga mit einem Partner, geht es um die Beziehung zwischen euch, eure einzigartige Verbindung. Doch auch alleine gemacht haben die Übungen ihre positive Wirkung auf deinen Geist, Körper und dein Wohlbefinden.

 

3 Asanas

Welche Asanas werden denn nun im Tantra Yoga benutzt? Eigentlich die gleichen, wie in anderen Yogaformen auch. Nur das hier nicht so wichtig ist, ob ihr sie korrekt ausführt oder wie dehnbar oder stark ihr seid. Es geht mehr um die gegenseitige Berührung, die Intimität die entsteht und das spirituelle Erfahren.
 
Die Übungen können, müssen aber nicht nackt durchgeführt werden. Hier kommt es natürlich auf den Kontext an, in dem ihr die Asanas praktiziert – mit eurem Partner zuhause, in einer Tantra Ausbildung oder in einem Kurs. In einer Ausbildung oder einem Kurs werdet ihr die Übungen angezogen machen.
 
Hier findet ihr ein paar Übungen, die ihr leicht mit eurem Partner nachmachen könnt.
 
Erste Übung:
  • kniet euch gegenüber auf eure Matte
  • beide heben das rechte Bein im 90 Grad Winkel und stellen es auf
  • eure Becken berühren sich
  • schaut euch in die Augen, umarmt euch
  • spürt die Nähe des anderen und atmet gemeinsam ein und aus
Zweite Übung: Das Boot
  • setzt euch gegenüber auf die Matte, streckt die Beine aus, eure Füße berühren sich
  • jetzt hebt ihr die Beine an und bringt sie nach oben
  • greift die Hände des Partners und haltet euch daran fest
  • versucht den Rücken gerade zu lassen
Dritte Übung:
  • der größere setzt sich mit ausgestreckten Beinen auf die Matte, die Beine leicht auseinander
  • der Partner setzt sich auf den Schoß und umschlingt den Körper des Partners mit seinen Beinen
  • Legt die Arme umeinander und schaut euch in die Augen
  • atmet gemeinsam und genießt

Viele der Übungen (Asanas) werden in den gängigen Yoga-Büchern genauestens erklärt.  Ich empfehle dieses hier mit Softcover.

2 Atemübungen

Atemübungen lassen sich wunderbar zu zweit durchführen. Sie schaffen eine tiefe Verbindung zueinander. Im Tantra spielen sie daher eine große Rolle und werden oft angewandt. Hier findet ihr 2 leichte Übungen, die ihr gemeinsam ausprobieren könnt:
Erste Übung:
  • sitzt euch gegenüber im Schneidersitz, euer Knie berühren sich
  • bringt eure Stirn aneinander
  • schließt eure Augen
  • eure Hände bringt ihr vor eurer Brust in Gebetshaltung zusammen oder ihr legt eure Hände jeweils auf die Knie des Partner
  • nun synchronisiert ihr euren Atem
  • atmet gemeinsam tief ein und lang und gleichmäßig wieder aus
  • wiederholt das für ein paar Minuten
  • öffnet langsam die Augen und blickt euch an
Zweite Übung:
  • sitzt euch gegenüber im Schneidersitz
  • legt eure Hände ineinander
  • schließt eure Augen
  • jetzt bewegt ihr die Hände zusammen mit eurer Ein- und Ausatmung im Kreis – Einatmen zur Brust des einen, ausatmen und über dessen Schoß hinüber in den Schoß des anderen, einatmen zur Brust des anderen und ausatmen wieder zur Brust des Partners
  • wiederholt das für ein paar Minuten
  • öffnet langsam die Augen und blickt euch an

Meditationstechnik für tiefe Verbindung

Die zweite Übung der Atemtechniken lässt sich wunderbar zu einer sehr schönen, mit dem Partner tief verbindenden Meditation ausweiten.
  • ihr sitzt euch im Schneidersitzt oder auf euren angewinkelten Unterschenkeln gegenüber
  • zuerst verbeugt ihr euch – einer nach dem anderen – voreinander. Damit drückt ihr eure Anerkennung, euren Respekt und eure Bereitschaft gegenüber eurem Partner aus. Bringt dazu die Hände in Gebetshaltung vor eurer Brust zusammen und neigt den Kopf zum Boden
  • legt eure Hände ineinander
  • synchronisiert euren Atem und blickt euch tief in die Augen
  • bleibt so für 1 – 2 Minuten
  • beginnt dann eure Arme so zu bewegen wie in Atemübung Nummer 2 beschrieben
  • macht auch das für 1 – 2 Minuten
  • jetzt setzt sich (meistens die kleinere Person) auf den Schoß des Partners und umschlingt ihn mit seinen Beinen
  • legt die Stirn aneinander, haltet eure Hände
  • gebt euch eine tiefe, innige Umarmung, haltet diese eine Weile
  • setzt euch wieder gegenüber und verneigt euch nochmal voreinander

Die 3 Arten des Tantric Yoga

Das Tantra Yoga gliedert sich auf in drei Arten: Das weiße, das rote und das schwarze Tantra. Hier kannst du lesen, worum es sich dabei jeweils handelt.

Weißes Tantra

Das weiße Tantra sieht unsere Energie als etwas, das wieder frei fließen muss. Dafür müssen wir gereinigt werden – gereinigt von Gedankenmustern und unbewussten Blockaden, die jeder Mensch in sich hat. Hier kommt es zu keiner sexuellen Vereinigung mit dem Partner.

In diesem Yoga findet eine Gruppenmeditation statt, die du mit deinem Partner ausführst. Die Anleitung dazu gibt der Mahan Tantric Yogi Bhajan per Video, vor Ort wird er durch eine Stellvertreterin ergänzt, die das ganze anleitet und die für Fragen zur Verfügung steht.

Im Tantra Yoga ist es so, dass die Kunst nur von einem Guru vermittelt werden kann – nicht durch Bücher. Dieser Guru trägt den Titel Mahan Tantric und wird momentan von Yogi Bhajan vertreten. Er hat seine Wurzeln im Kundalini Yoga. Es gibt immer nur einen Mahan Tantric und dieser gibt das Wissen um Tantra an seine Schüler weiter. Yogi Bhajan war derjenige, der mittels moderner Medien die Vermittlung der Kunst für jeden zugängig machte. Zu Beginn wählte er seine StellvertreterInnen persönlich aus, mittlerweile läuft diese Auswahl über ein Profil mit bestimmten Anforderungen, welche es anzugeben gilt.

In der Gruppen-/Partnermeditation werden 6 – 8 Kriyas durchgeführt. Eine Kriya (Übungsreihe) ist eine Meditation, die aus einer Asana oder einem Mudra, einem Mantra und /oder einer Meditationsform besteht. Jede Kriya dauert zwischen 31 – 62 Minuten.

Ziel dieser Kriyas ist, unseren Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Annahme dahinter ist, dass wir beeinflusst werden von unbewussten Gedanken und diese unser Tun bestimmen. Das kann zu Stress und Ablenkung vom Wesentlichen führen. Unser Geist soll gereinigt werden von belastenden Gedanken um innere, tief sitzende Blockaden zu lösen.

Man benötigt keine Vorkenntnisse, um an so einer Meditation teilzunehmen. Für Personen, die noch keine oder wenig Erfahrungen im meditieren haben, kann es eine Herausforderung sein, das lange Ruhen und die Stille auszuhalten. Aber auch eine besondere Erfahrung!

Traditionellerweise wird weiße Kleidung getragen und auch der Kopf wird mit einem weißen Tuch oder ähnlichem bedeckt. Es wird angenommen, dass die Farbe weiß die Energie im Körper verstärkt.

Rotes Tantra

Im roten Tantra wird der sexuelle Akt an sich praktiziert. Er wird als Energiequelle gesehen, der den Geist heben soll. Der Körper gilt als Tempel des Geistes und wird sehr respektvoll behandelt. Es ist eine sehr sinnliche Art des Tantras.

Schwarzes Tantra

Schwarzes Tantra wird auch oft mit schwarzer Magie gleich gesetzt. Ziel davon ist nämlich, Menschen oder Gedanken zu manipulieren und eigene Ziele zu erreichen.
Wichtige Yoga Bücher: Licht auf Yoga & Asana Pranayama Mudra Bandha!