Gesichtsyoga

Gesichtsyoga? Yoga für das Gesicht, was ist das? Junges Aussehen mit Gesichtsyoga – geht das? Unser Artikel und Blog gibt dir Fakten über Gesichtsyoga und warum Yoga für das Gesicht dich jünger aussehen lassen kann. Nicht nur die Muskeln unseres Körpers brauchen Sport für die Fitness, auch Übungen fürs Gesicht wirken Falten entgegen, heben Hängebäckchen und lassen die Haut strahlender und schöner aussehen. Und ein junges Aussehen wollen doch die meisten. Finde hier auch Übungen für zuhause, mit denen du Gesichtsyoga leicht nachmachen kannst und etwas für die Fitness deiner Haut tun kannst. Zugegeben, es kann schon lustig aussehen wenn wir die Augen oder den Mund weit aufreißen, die Lippen über die Zähne stülpen oder mit unseren Fingern die Wangenknochen kneten. Aber was soll’s – was gut tut, macht Spaß und was Spaß macht, tut uns gut.
Lese hier, was sich hinter dem Begriff verbirgt, wie Gesichtsyoga wirkt und finde Übungen, die du leicht zuhause nachmachen kannst!

Gesichtsyoga
Mit Yoga lassen sich auch die Muskeln im Gesicht trainieren

Gesichtsyoga als Anti – Aging Programm?

Jeder kennt das, vor allem die Frauen unter uns – wir wollen möglichst lange jung, frisch und gesund aussehen. Ein rosiger Teint, straffe Gesichtszüge und ein wacher Blick sind Dinge, die sich jeder von uns wünscht.

Dafür haben wir in der Regel eine Vielzahl von teuren Cremes in unserem Badezimmer stehen. Tuben für Morgens, Abends und Nachts, eine spezielle Augencreme, Fläschen mit Wundersalben gegen Falten … die Liste ist endlos!

Doch dem natürlichen Alterungsprozess damit entgegenzuwirken ist unmöglich. Altern ist ganz normal und gehört für jeden Menschen zum Leben dazu. Wir sollten es akzeptieren statt uns über jede neue Falte zu ärgern und frustriert in den Spiegel zu blicken. Falls du dich momentan in deiner Lebensmitte befindest kannst du auch mal in den Artikel über Hormonyoga reinschauen – hier findest du Übungen, um den Hormonhaushalt im Gleichgewicht zu halten.

Gesichtsyoga kann dir helfen, auf natürliche Art und Weise den Alterungsprozess zu verlangsamen und wach, frisch und gesund auszusehen. Dafür reichen pro Tag ein paar Minuten und es kostet rein gar nichts!

Wer hat das erfunden?

Wer es konkret erfunden hat, lässt sich nicht sagen. Mit Sicherheit gab es schon vor vielen Jahren Menschen, die um die angenehme Wirkung von Gesichtsübungen kannten. Genauso wie Lachen nachweislich gesund ist und auch unsere Mimik im Gesicht trainiert – du kannst dazu auch im Artikel über Lachyoga nachlesen, wenn dich das interessiert.
Denke nur daran, dass wir intuitiv unsere Stirn mit den Fingern auseinanderziehen, wenn wir Kopfschmerzen haben oder mit dem Mund Bewegungen machen, einfach weil es gut tut. Man kann es auch “Gesichtsgymnastik” nennen – letztendlich verbirgt sich dahinter das gleiche.

Doch unter dem Namen “Face Yoga Method”, also speziell als Gesichtsyoga benannt und damit in die Yogawelt eingezogen, wurde es durch die Japanerin Fumiko Takatsu. Sie entwickelte Übungen für das Gesicht und benannte es “Face Yoga Method” . Ihr Ziel dabei war, den Menschen zu mehr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen durch Zufriedenheit mit ihrem Äußeren zu verhelfen.

Mit Grimassen und Stirn runzeln zu jungem Aussehen und Wohlbefinden?

Aber wie soll das funktionieren? Jünger aussehen mit Yoga? Straffe Gesichtszüge bekommen, nur weil ich mein Gesicht zu Fratzen verziehe, es massiere oder sonstige befremdliche Dinge mit meinem Gesicht mache? Wie soll ich mich dadurch wohl und ausgeglichen fühlen? Was bringt mir Gesichtsyoga?

Ja, das kann funktionieren. Und zwar genau so, wie “normales” Yoga wie Restorative Yoga, Jivamukti Yoga, Bikram Yoga und Co. auf unseren Körper wirkt. Auch im Gesicht haben wir viele Muskeln, die genauso gedehnt, gestärkt und entspannt werden wolle. Doch meistens konzentrieren wir uns auf den Körper unterhalb unseres Gesichts. Dabei ist es für unser Wohlbefinden und unsere Zufriedenheit durchaus wichtig, ob uns gefällt was wir sehen wenn wir in den Spiegel schauen.
Bist du zufrieden damit, fühlst du dich wohler in deinem Körper. Das wiederum strahlst du auch aus! Auch unserem Gesicht tut es einfach gut, wenn wir die Muskeln darin benutzen und zwar mehr, als wir das automatisch durch normale Alltagsbewegungen tun.

Warum funktioniert diese Methode?

Unser Gesicht besteht aus mehr als 45 Muskeln. Rechnet man die Muskeln im Hals noch dazu, kommen wir auf mehr als 85 Muskeln! Sind wir jung, sind diese Muskeln auch ohne Training stark und fit. Doch wie auch andere Muskeln erschlaffen, wenn wir sie nicht trainieren oder älter werden, verlieren auch unsere Gesichtsmuskeln dadurch an Spannkraft und Volumen

Doch dem kannst du entgegenwirken, wenn du die Muskeln mit ein paar einfachen Übungen trainierst.

Im Gesichtsyoga werden Übungen gemacht, die darauf abzielen, die Muskeln zu stärken und die Durchblutung anzuregen.
Unter unserer Haut befindet sich Fett- und Muskelgewebe. Beides nimmt im Laufe der Zeit ab – mit der Folge, dass die Gesichtszüge schlaffer werden. Dadurch bilden sich mehr Falten und wir haben hängende Gesichtszüge. Durch das Trainieren der Muskeln steigt die Muskelmasse und dein Gesicht wirkt wieder praller und frischer.

Was kann ich mit Gesichtsyoga bewirken?

Das es irgendwie Sinn macht, nicht nur die Muskeln unterhalb des Kopfes zu trainieren sondern auch die des Gesichtes, ist einleuchtend. Aber was genau bringt uns dieser Selbstgefallen? Wie wirkt es auf uns, wenn wir unseren Mund verziehen, die Augen weit aufreißen oder einen Stift mit unseren Lippen balancieren?

  • du erhöhst das Muskelvolumen, wodurch dein Gesicht straffer wird
  • durch das Stärken der Muskeln trotzt du der Schwerkraft
  • du regst die Durchblutung deines Gesichts an
  • dein Lymphsystem wird angeregt, die Lymphflüssigkeit kommt in Bewegung
  • es macht dich wacher
  • die gezielten Übungen entspannen deine Gesichtszüge und wirken sich so auf dein Wohlbefinden aus
  • Kopfschmerzen, Nackenprobleme und Kieferschmerzen können gelindert werden
  • Augenringen und dunkle Schatten unter den Augen können verringert werden
  • deine Gesichtszüge wirken entspannter

Was muss ich beim Gesichtsyoga beachten?

Das Schöne daran ist, dass du überhaupt nicht viel dabei beachten musst und es super leicht in deinen Alltag integrieren kannst. Du brauchst keine bestimmte Kleidung dafür, keine Yogamatte und schon gar nicht spezielle Vorrichtungen wie im Aerial Yoga. Du kannst es fast überall machen – im Büro als 5 – Minuten Auszeit vor deinem PC, während du auf deinem Balkon sitzt, im Park…. Du benötigst kein Warm – up wie zum Beispiel im Acro Yoga oder viel Platz dafür. Du brauchst nicht lange für die Übungen. 5 Minuten reichen aus, um all deine Muskeln zu beanspruchen.
Die Übungen lassen sich also jederzeit und ganz leicht in deinen Alltag einbinden!

Du solltest darauf achten, dass deine Hände sauber sind. An unseren Händen befinden sich oft Bakterien, die sonst zu Hautrötungen oder Hautunreinheiten führen können.

Am besten ist es, wenn du eine aufrechte Sitzposition einnimmst. Gerade wenn du die Übungen mit einer kleinen Meditation beginnen möchtest, hilft dir der aufrechte Sitz dabei, in diese hinein zu kommen und sie wirken zu lassen.

Versuche die Übungen regelmäßig, am besten täglich zu machen. Finde eine Routine hierfür. So bleibst du leichter dran und vergisst sie auch bei einem vollgepackten Terminkalender nicht so schnell. Beginne zum Beispiel gleich morgens nach dem Aufstehen damit, integriere es in deine Pause oder mache sie abends vor dem Schlafen gehen.

Kann ich mit Gesichtsyoga bestimmte Zonen trainieren?

Du möchtest gezielt eine Muskelgruppe deines Gesichts trainieren? Klar, das ist möglich. Es gibt Übungen für die verschiedenen Bereiches des Gesichts. Du kannst dir also gezielt die Übungen aussuchen, die für dich passend sind.

Wenn du aber schon dabei bist – warum nicht gleich deinem ganzen Gesicht etwas gutes tun? Die Übungen lassen sich leicht nacheinander ausführen. Sie dauern alle nicht lange und sind gut in den Alltag integrierbar. Die wohltuenden Effekte wirst du außerdem am deutlichsten spüren, wenn alle Partien deines Gesichts angesprochen werden.

Wissenschaftlich bewiesen – es kann wirken!

Auch die Wissenschaft hat sich dem Thema Gesichtsyoga oder Gesichtsgymnastik gewidmet um herauszufinden, ob es tatsächlich wirkt. Amerikanische Forscher der Northwestern University Feinberg School of Medicine haben sich in ihrer Studie “Association of Facial Exercise With the Appearance of Aging” intensiv mit der Wirkung von Gesichtsübungen auf unser äußeres Erscheinungsbild auseinandergesetzt. Ihre Ergebnisse haben sie im Fachmagazin “JAMA Dermatology” veröffentlicht.

Gesichtsyoga im Test – was war Inhalt und Ergebnis der Studie?

An der Studie nahmen zu Beginn 27 Frauen im Alter von 40 – 65 Jahren teil. Ihnen wurden 32 Übungen gezeigt, mit denen sie ihre Gesichtsmuskeln stärken können. Dieses 30 minütige Training führten sie über einen Zeitraum von 20 Wochen aus. In den ersten 8 Wochen trainierten sie täglich, ab der neunten Woche 3 – 4 mal pro Woche.

11 der Frauen brachen die Studie ab, so dass am Ende der 20 Wochen die Auswirkungen auf die verbliebenden 16 Frauen bewertet wurden. Hierzu wurden zu Beginn, nach 8 Wochen und am Ende der Portraitfotos von den Damen gemacht. Anhand eines standardisiertem Verfahrens, in dem verschiedene Bereiches des Gesichts einzeln bewertet wurden, schätzten die Ärzte das Alter der Probanden ein. Dabei wussten sie nicht, welches Foto zu welchem Zeitpunkt der Studie aufgenommen wurde.

Das Ergebnis der Studie – im Schnitt wurden die Frauen am Ende der 20 Wochen um 3 Jahre jünger eingeschätzt. Das Volumen der oberen und unteren Wangen hatte zugenommen und ließ dadurch das Gesicht straffer und jünger erscheinen. Signifikante Änderungen im Bereich Stirn, Nase, Lippen und Augen wurden nicht festgestellt.

Die Forscher möchten die Studie in größerem Umfang wiederholen um heraus zu finden, ob die Wirkung bei allen Menschen mittleren Alters eintreffen. Hier soll dann auch eine Kontrollgruppe hinzugezogen werden, die keine Gesichtsübungen macht.

Übungen für ein frisches Äußeres

Diese Übungen kannst du ganz leicht nachmachen. Du brauchst dafür nichts weiter, als deine Hände. Such dir die Übungen aus, die dir am meisten Spaß machen und kombiniere aus den verschiedenen Bereiches des Gesichts, um alle Muskelgruppen anzusprechen.

Für alle Übungen gilt:

  • Fühlen sich Übungen unangenehm an, lasse sie sein
  • mache die Übungen am besten täglich
  • mache von jeder Übung einige Wiederholungen
  • erwarte keine Wunder – nur wenn du die Übungen über einen längeren Zeitraum regelmäßig anwendest, kannst du Erfolge sehen
  • entspanne danach dein Gesicht, indem du einfach alles locker lässt und dein Gesicht schüttelst

Für das obere Drittel

A) Übung für die Zornesfalte
Diese Übung zieht die senkrechte Falte zwischen den Augen auseinander und kann so eine Reduzierung der Falte bewirken. Auch die waagrechten Falten werden hier mit geglättet.

  • Bringt eure Hände auf den Haaransatz und die kleinen Finger oberhalb eurer Augenbrauen
  • Ziehe die Kopfhaut leicht seitlich nach hinten
  • Bringe deine Augenbrauen gegen diese Spannung nach unten
  • Halte diese Stellung für etwa 10 Sekunden und wiederhole die Übung

B) Übung für die waagrechten Stirnfalten:
Mit dieser Übung glättet ihr eure Stirn. Auch bei Kopfschmerzen kann diese Berührung wohltuend sein.

  • Bringt eure Finger in die Mitte der Stirn, die Fingerspitzen berühren sich
  • Streift nun mit sanften, aber kräftigen Bewegungen eure Haut nach außen Richtung Schläfen

Für die Mitte

A) Übung für wache Augen:
Diese Übung lässt deine Augen groß und strahlend erscheinen

  • Bringe deinen Zeigefinger unterhalb der Augenbrauen
  • Dein Daumen liegt unterhalb der Augen, mit dem Nagel auf euer Haut
  • Schließe nun fest die Augen
  • Ziehe mit dem Zeigefinger die Haut Richtung Augenbraue und mit dem Daumen Richtung Ohren
  • Halte die Augen geschlossen und arbeite mit deinen Augenmuskeln gegen die ziehende Kraft der Finger

B) Übungen gegen Hängebäckchen:

Diese Übung beansprucht deine Muskulatur in den Wangen. Die Backen werden dadurch straffer und hängen nicht so leicht hinab.

  • Öffne deinen Mund zu einem weiten O
  • Ziehe deine Lippen über die Zähne in deinen Mund
  • Mache eine Bewegung, als ob du lächeln würdest
  • Lasse dabei deine Oberlippe über den Zähnen

C) Übungen gegen Fältchen:
Mit dieser Übung kannst du kleinen Fältchen um den Mund herum vorbeugen oder sie reduzieren.

  • Lege deine Handflächen an deine Wange, die Fingerspitzen zeigen nach hinten
  • Öffne deinen Mund und bringe die Zungenspitze an deinen Gaumen
  • Ziehe mit deinen Händen vorsichtig Richtung Ohren und lasse dabei deine Zunge am Gaumen

Für das untere Drittel

A ) Kinnlinie definieren:
Hiermit kannst du die Linie deines Kinns in Form bringen.

  • Mache mit einer Hand eine Faust und stütze dein Kinn darauf
  • Gebe Druck auf dein Kinn
  • Halte diesem Druck stand, in dem du mit deinem Unterkiefer gegen die Faust drückst
  • Halte diese Stellung für etwa 10 Sekunden, löse und wiederhole die Übung

B) Straffer Hals
Mit dieser Übung sorgst du dafür, dass die Haut an deinem Hals glatt bleibt und straff ist.

  • Lasse deinen Kopf in den Nacken fallen
  • Streiche mit deinen flachen Händen abwechselnd rechts und links an deinem Hals entlang, von unten bis unter das Kinn

Und hier ein Video mit weiteren Übungen:

Ihr wollt mehr über das Thema erfahren?

Dann gibt es hier noch einen Buchttipp für euch! Wollt ihr mehr über Gesichtsyoga erfahren und vor allem viele tolle Übungen kennen lernen, solltet ihr euch dieses Buch zulegen. Es enthält ein Trainingsprogramm und zusätzliche Tipps, wie du mit natürlichen Mitteln etwas für deine Gesundheit und Schönheit tun kannst – und damit auch für dein Wohlbefinden. Es handelt sich um das Buch der Autorin Christa Gugler. Sie hat ein spezielles Trainingsprogramm für Gesichtsübungen entwickelt und besitzt ein Studio für den Aufbau von Gesichtsmuskulatur in Österreich.

Titel des Buches:

“Gesichtsmuskeltraining: Die natürliche Lifting-Revolution. Straffer – strahlender und sichtbar jünger”