Kriya Yoga ~~ Weg der Meditation

Kriya, das sind Atemtechniken und anspruchsvolle Meditation. Kri bedeutet soviel wie Handeln, weswegen Kriya Yoga auch als Yoga der Tat oder Yoga des Handelns genannt wird.

Dieser Yogastil bezeichnet einen Weg über Atmung und Meditation seinen Körper, Geist und Seele in gleichem Maße weiter zu entwickeln. Erfahre in diesem Artikel über Kriya, was Patanjali, Paramahansa Yogananda und die Vereinigung mit Gott mit der Technik der Kriya Yoga Praktiken zu tun haben.

Die uralte Methode dieses Yogastils zur Selbstverwirklichung ist einer der spirituellen Yogapfade. Tiefe Meditation und anspruchsvolle Atemtechniken sollen den Geist beruhigen und letztendlich zu Samadhi, dem Zustand des Überbewusstseins, führen und uns so mit dem göttlichen verbinden.

Falls du dich für andere Yoga-Arten & Stile interessiert, hier kannst du dich darüber informieren!

Finde hier heraus, was Kriya ist und wie du durch Atemtechniken und Meditation deine Lebensenergie steigern und deinen Geist stärken kannst! Oder finde mit Kriya deinen Weg zur Meditation und bewussten Atmung um ganz nach den Lehren von Paramhansa Yogananda Gott in dir selbst zu entdecken!

Ändere deine Gedanken und du wirst die Bedingungen, in denen du lebst, ändern. Da nur du allein für deine Gedanken verantwortlich bist, so kannst nur du alleine sie ändern

Paramahansa Yogananda

Woher kommt diese Art?

Kriya Yoga hat seinen Ursprung in Indien. Diese Wissenschaft ist bereits viele Jahrtausende alt und entstammt dem Raja Yoga. In diesem soll durch bestimmte Asanas, Verhaltensweisen und Atemtechniken die Kontrolle des Geistes über den Körper erreicht werden.

Bereits im Yogasutra von Patanjali fand Kriya Erwähnung. Dort wurden die drei Praktiken des Kriya beschrieben: die Tapas, zu denen heute auch die Asanas und Pranayama gehören, Svadhyaya, das Selbststudium heiliger Schriften und Ishvara Pranidhana, die Verehrung Gottes.

Lange Zeit galt das Wissen um Kriya Yoga als verschwunden. Erst im 19ten Jahrhundert wurde es von Mahavatar Babaji wiederentdeckt und gelehrt. Ein Schüler von ihm, Lahiri Mahasaya lehrte als erster die Wissenschaft in der Öffentlichkeit und gab so das Wissen weiter.

Paramahansa Yogananda war schließlich derjenige, der die Wissenschaft über die Suche nach dem göttlichen in uns im Westen zu verbreiten. Zu diesem Ziel gründete er 1920 auch die Organisation „Self Realization Fellowship“, die heute weltweit tätig ist um Sinnsuchenden die Yogalehre zu vermitteln. Von dort breitete sich das Wissen um Kriya weiter aus.

Paramahansa Yogananda starb im Jahr 1952.

Was ist Kriya Yoga?

Hier stehen nicht die körperlichen Übungen im Vordergrund, wie das zum Beispiel im Hatha Yoga der Fall ist. Hier geht es um unseren Atem beziehungsweise um die Kontrolle unseres Atems. Das Ziel dahinter ist, uns selbst zu verwirklichen.

Kriya bedeutet soviel wie handeln oder tun, daher wird der Yogastil auch „Yoga des Handelns“ genannt. Das Handeln bezieht sich auf bestimmte Verhaltens- und Übungsschritte, um den Weg zur Selbstverwirklichung gehen zu können.

Es ist ein ganzheitliches Yogasystem und hat zum Ziel, zu vollkommenem Bewusstsein und Erleuchtung zu gelangen. Durch das richtige Handeln erhalten wir alles, was wir zu einem zufriedenem und glücklichem Leben brauchen. Durch die Kriya Übungen soll der Geist erweitert werden und dazu befähigen, seine Lebensenergie bewusst zu lenken.

Eine Besonderheit bei diesem Yogastil ist, dass es die Möglichkeit gibt, sich von autorisierten Mönchen der Self Realization Fellowship in diese Yogalehre einweihen zu lassen. Dahinter steckt der Gedanke, dass die Lehren des Kriya zu umfassend sind, als dass sie mal eben in einem Kurs oder im Selbststudium gelernt werden können. Um an so einer Einweihung teilnehmen zu dürfen, müssen der Körper, der Geist, das Nervensystem und die Psyche durch bestimmte Techniken vorbereitet werden. Die Einweihung wird von einem speziell dafür ausgebildetem Lehrer durchgeführt und dauert mehrere Wochen.

Hört sich ganz schön spirituell und irgendwie unklar für dich an? Dieser Yogastil ist definitiv spirituell! Versuchen wir es mal ein wenig greifbarer und konkreter zu machen, um zu verstehen was nun genau im Kriya gemacht wird.

Kriya-Yoga: Bedeutung des Atem

Hauptsächlich werden hier Atemtechniken angewandt, um zu lernen den Atem zu kontrollieren. Unsere Prana, also unser Atem und damit unsre Lebensenergie, spielt im Kriya-Yoga eine große Rolle. Können wir unseren Atem kontrollieren, können wir auch unser Leben kontrollieren.
Du stärkst mit den Atemübungen deinen Geist, kannst deine Gedanken besser kontrollieren und höhere Bewusstseinszustände erreichen.
Durch den richtigen Atem erhältst du auch mehr Energie. Unser Geist und unser Atem bedingen sich gegenseitig – der Atem beeinflusst unseren Geist und andersrum gilt das gleiche. Denke daran, wie du schneller atmest wenn dein Geist mit negativen Gedanken beschäftig ist oder wie du lang und tief atmest, wenn du entspannt im Bett liegst.

Dieser Yogastil nutzt also unseren Atem, unsere Lebensenergie, um den Geist zu reinigen und die Kontrolle über unsere Lebenskraft zu haben.

Bedeutung von Meditation

Schafft euch selbst alle Voraussetzungen für ein glückliches Leben, indem ihr meditiert und euer Bewusstsein auf die ewig bestehende, ewig bewusste, ewig neue Freude richtet. Euer Glück darf nie von äußeren Umständen abhängen. Ganz gleich, wo ihr euch befindet: Lasst euren inneren Frieden durch nichts beeinträchtigen

Paramahansa Yogananda

Um uns selbst und dem göttlichem näher zu kommen, werden im Kriya auch tiefe Meditationstechniken genutzt. Werden diese regelmäßig praktiziert, kann sich unsere Seele von allen Bindungen lösen und wir können uns selbst verwirklichen. Als höchstes Ziel gilt dabei die Vereinigung der Seele mit Gott.
Annahme ist, dass an unserer Wirbelsäule Energien kreisen, die durch Kriya Yoga angeregt werden und zu geistiger Entwicklung führen.

Aufladeübung im Stehen:
Eine Übung, die auf die Meditation vorbereitet, entspannend und dynamisierend wirkt.

Hong So Meditationstechnik:
Diese Übung wird als eine Vorübung für anspruchsvollere Meditationstechniken gesehen. Sie hilft uns, uns zu konzentrieren und zu fokussieren. Und so funktioniert sie:

Im Sitzen und mit geschossenen Augen wird die Konzentration auf unser inneres Auge gebracht, einem Punkt zwischen unseren Augenbrauen. Atmet ganz entspannt und natürlich und beobachtet mit euren Gedanken eure Ein- und Ausatmung, atmet dabei ungezwungen und frei.

Denkt euch beim einatmen „Hong“ und bei der Ausatmung „So“. Bewegt dabei sie Zunge nicht. Hong So ist eine Variation des bekannten Mantra „So Ham“, was soviel bedeutet wie „Ich bin er“. Die 2 Silben stehen für Laute unseres Universums.

Jeder Laut hat eine bestimmte Wirkung auf unseren Geist. Hong So hat eine sehr beruhigende und entspannende Wirkung, wenn es mit der Ein- und Ausatmung wiederholt aufgesagt wird. Das Mantra hilft uns dabei, uns auf unsere Atmung zu konzentrieren und soll bewirken, dass wir unsere Seele als unabhängig von unserem stofflichen Körper begreifen.

Om oder Yoni-Mudra Meditationstechnik:
Om ist der Klang des Universums. Es ist ein uralter Ton, der eine stark beruhigende und erdende Wirkung auf uns hat. So funktioniert diese Technik:

Sitzt im Schneidersitz, der Rücken und der Kopf sind aufrecht. Schließe jetzt deine Ohren, in dem du deine Daumen darauf legst. Deine Zeigefinder legst du sanft auf deine Augen. Bringe deine beiden Mittelfinger an deine Nase und schließe deine Nase mit den Fingern leicht.

Deine Ringfinger legst du oberhalb deiner Lippen ab, die kleinen Finger unterhalb deiner Lippen.
Atme tief durch deine Nase ein und schließe deine Nase mit den Mittelfingern.

Halte für einen Moment den Atem an und atme dann durch die Nase aus, wobei du einen Ton wie eine summende Biene machst. Spüre die Vibrationen in deinem Gesicht, vor allem dort wo deine Finger liegen wirst du sie spüren. Atme wieder durch die Nase ein und wiederhole den gleichen Vorgang ein paar mal.

Was bringt mir Kriya Yoga?

Du fragst dich jetzt, was du mit Kriya erreichen kannst? Wozu einen Yogastil wählen, in dem nicht die körperlichen Übungen sondern der Atem im Vordergrund steht? Wieso kann mir mein Atem dabei helfen, mich selbst zu verwirklichen?

Ganz grundsätzlich gesagt wirken Atemübungen und Meditation auf unser Nervensystem. Beides wirkt beruhigend auf unsere Gedanken und unseren Geist.

Atem und Geist stehen dabei in Wechselwirkung – ein tiefer, ruhiger Atem sorgt auch für einen ruhigen Geist! Du kannst also mit Kriya deine Gedanken besser wahrnehmen, lenken und letztendlich kontrollieren.

Dein Körper wird durch die Atemübungen Kriya mit mehr Sauerstoff versorgt. Deine Organe und dein Kreislauf werden dadurch entlastet und du wirst dich wacher und fitter fühlen.

Du konzentrierst dich ganz auf dich selbst. Äußere Umstände werden ausgeblendet, du besinnst dich auf dein Inneres und auf deine eigenen Gedanken und Wahrnehmungen. Du stärkst damit dein Bewusstsein und sorgst für einen klaren Geist.

Zusammenfassung und Fazit:

Unser Atem und Meditation sind die Hauptelemente dieses spirituellen Yogas. Durch die richtigen Übungen kannst du deinen Geist fokussieren und über den Atem mehr Kontrolle in deinem Leben erhalten. Ruhiger Atem, ruhiger Geist – und andersrum. Wenn du auf Spiritualität stehst und eintauchen möchtest in die Lehre eines umfassenden Weg des Yoga, der dein Leben auf ganzer Ebene positiv beeinflussen kann, könnte Kriya Yoga interessant für dich sein.