Raja Yoga

Raja Yoga – ein Yoga basierend auf acht Stufen, um den “Weg des königlichen” zu gehen. Erfahre in unserem Blog alles, was du über die acht Stufen des königlichen Yoga wissen musst. Raja Yoga gehört zu einem der vier Hauptfade des Yoga und hat zum Ziel, den Geist zu beherrschen und weiter zu entwickeln. Was sind die acht Stufen des Raja Yoga und wie kann ich den Weg des königlichen Yoga gehen?

Raja Yoga
Der “Yoga des königlichen” setzt sich aus 8 Stufen zusammen

Raja Yoga – königliches Yoga

Was bedeutet Raja Yoga? Was haben Selbstbeobachtung, Meditation, unsere Atmung und die Art, wie wir mit Menschen umgehen mit Raja Yoga zu tun? Sehr viel, denn Raja Yoga beruht auf acht Stufen, die Lebens- und Verhaltensnormen beinhalten, um den Yoga des königlichen zu gehen. Befolgt man die acht Stufen systematisch, soll Raja Yoga zu Ruhe, Klarheit und Erkenntnis führen. Raja Yoga ist ein spiritueller Pfad des Yoga, genauso wie Jnana Yoga oder Kriya Yoga. Yogaübungen wie Asanas, Pranayama und Meditation – was von uns häufig mit Yoga verbunden wird – gehören auch zum Raja Yoga, haben aber immer die geistige Entwicklung zum Ziel. Raja Yoga ist also kein sportliches Yoga sondern vielmehr ein allumfassender Lebensweg, der das Bewusstsein erweitern und uns in unseren Gedanken und Beziehungen inspirieren kann.

Das Wort Raja stammt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie König. Wer also ein Raja, ein König ist, hat die volle Kontrolle über seinen Geist. Raja Yoga wird in den Yogasutras von Patanjali beschrieben und kann mit Ashtanga Yoga gleichgesetzt werden – beides beruht auf acht Stufen. “Astha” bedeutet acht und “Anga” soviel wie Glieder: werden die acht Stufen des Raja Yoga gegangen, reinigt es Körper und Geist und kann letztendlich zu Samadhi, einem Zustand der Erleuchtung führen

Die acht Stufen des Raja Yoga nach Patanjali geben Richtlinien zu ethischen Verhaltensweisen und zur Selbstdisziplin. Auch Asanas und Pranayama, also Atemübungen gehören zu den Stufen – jedoch nicht mit primärem Ziel, den Körper fit zu halten sondern um Geist und Körper zu reinigen. Körperliche Fitness ist im Raja Yoga nur ein Nebeneffekt. Die acht Stufen bauen aufeinander auf und nur wenn eine Stufe erfüllt wird, kann die nächste Stufe erreicht werden. Im nächsten Abschnitt findest du alles, was du über die acht Stufen des königlichen Yoga wissen musst. Möchtest du mehr über Yoga Stile erfahren, die den körperlichen Aspekt in den Vordergrund stellen, kannst du in den Artikeln über Yoga Arten nachlesen.

Die acht Stufen im Raja Yoga

Patanjali beschreibt in seinen Yogasutras acht Stufen, die im Raja Yoga nacheinander gegangen werden müssen, um den Geist zu reinigen, zu entwickeln und schließlich die letzte, angestrebte Stufe “Samadhi” zu erreichen. Samadhi beschreibt den höchsten Zustand der spirituellen Praxis. Der Mensch hat weder Bedürfnisse noch Gedanken, er ist vollkommen verbunden mit sich und dem Universum und sieht sich als Teil des Ganzen – er ist erleuchtet.

Yama – ethische Verhaltensregeln

Yama beinhaltet fünf Gebote, die sich auf unser Verhalten gegenüber andern Menschen beziehen. Es geht um unsere Beziehung zu anderen Personen und wie wir diese behandeln. Dazu zählt

  • Ahimsa – Gewaltlosigkeit
  • Satya – Ehrlichkeit
  • Asteya – nicht stehlen
  • Bramhacharya – Enthalsamkeit
  • Aparigraha – minimalistischer Lebensstil

Niyam – Selbstdisziplin

Niyam beschreibt die Beziehung zu sich selbst und gibt fünf Regeln, wie man seinen Körper und Geist behandeln sollte.

  • Shaucha – “Dein Körper ist dein Tempel” – den Körper geistig und körperlich rein halten
  • Santosha – Zu schätzen was man hat, glücklich und zufrieden sein
  • Tapas – mit voller Überzeugung und Disziplin an Dinge heran gehen
  • Swadhyay – Selbstreflexion über Verhalten und Leben
  • Ishwarapranidhan – sein Leben Gott widmen

Asana

Hier klingt es schon wieder mehr nach Yoga – bezogen auf unser Verständnis von Yoga. Die dritte Stufe Patanjalis bezieht sich nämlich auf Asanas, was man aus Asanas sind Haltungen des Körpers, die bequem und stabil über längere Zeit gehalten werden können. Im Raja Yoga geht es also nicht darum, mit dem Krieger die Beine zu stärken oder über den herabschauenden Hund fit zu werden – das sind nur Nebeneffekte. Die Asanas dienen im Raja Yoga dazu, lange und stabil in dieser Position verweilen zu können, gleich wie in der Meditation. So kann der Mensch in der Asana mit ruhigem Geist in sich gehen.

Pranayama

In den Atemübungen geht es darum, Kontrolle über unseren Atem und somit über unseren Geist und unsere Gedanken zu bekommen. Prana ist unsere Lebensenergie – können wir unsere Atmung kontrollieren, können wir auch unser Leben besser lenken. Atemübungen im Yoga zielen darauf ab, die Atmung zu intensivieren und beständiger zu machen. Du merkst im Yogaunterricht vielleicht selbst, wie dir tiefes, bewusstes Atmen dabei hilft, ruhig zu werden und ganz bei dir zu sein.

Pratyahara

In der fünften Stufe geht es um das Zurückziehen der Sinne. Durch die vorangegangenen vier Schritte wird sehr viel Energie in den Körper und Geist gebracht. Die Sinne sollen mehr auf sich selbst gelenkt werden, um die Energie in sich zu behalten. So kann die Energie auf unsere sieben Chakren wirken um weiter am Prozess der Bewusstseinserweiterung zu wirken.

Dharana

Dharana bedeutet, seine Konzentration voll und ganz auf eine Sache zu lenken. Dazu wird ein Punkt ausgewählt, auf den man sich für eine Weile fixiert und seine geistige Energie dorthin leitet. Im Yoga kann das die Konzentration auf eines unserer Chakren sein wie dem dritten Auge oder dem Herzchakra.

Dhyan

Dhyan lässt sich gleichsetzen mit Meditation. Meditation ist dann eingetroffen, wenn keine Gedanken im Geist sind – gar nicht so einfach. Um diesen Zustand zu erreichen, gibt es viele Methoden und Techniken die regelmäßig geübt werden sollten. Es kann auch helfen, sich den ganzen Tag darüber bewusst zu werden, was man gerade tut. Auch in Stille einen Moment hinsetzen und einfach nur den Körper, die Gefühle und die Gedanken wahrzunehmen ist Meditation. Im Yoga geht es darum, im Hier und Jetzt zu sein – und nicht über Vergangenes nachzudenken oder die Zukunft zu planen.

Samadhi

Samadhi ist die letzte der acht Stufen und das Ziel, das von wahren Yogis angestrebt wird. Samadhi ist ein Zustand des Seins. Geistige Grenzen sind überwunden, man ist eins mit sich und der Welt, man hat den Sinn des Lebens erkannt und verschmilzt mit der Wirklichkeit. Man wird eins mit dem göttlichen und alle Hindernisse des Daseins sind überwunden. Es existiert kein Tag und Nacht, kein Hunger, keine Eigenschaften oder Besitz – für Yogis ein Zustand des reinen Glücks, der Befreiung, der Ruhe und Erlösung.